In dem Artikel Umringen bei Adelung (a.a.O., Band 4,
Spalte 812) heißt es: "Den Feind mit der Reiterey,
eine Stadt mit Truppen umringen. Daher die Umringung". Eben
diesen Sinn verzeichnet unter dem Stichwort Umringung
auch Grimms Wörterbuch (Band 11, II. Abteilung, Spalte 1O46),
das außerdem noch die Bedeutung Umgebung anführt,
wobei jedoch als Belege nur der Satz aus dem 'Findling' und ein
weiterer aus einem Brief Kleists an Fouqué vom 25. April
1811 genannt werden: "Wie gern empfinge ich es [ein neues
Buch von Fouqué] von Ihnen selbst, liebster Fouqué;
ich meine von Ihren Lippen, von Ihrem Schreibtisch, in der Umringung
Ihrer teuren Familie!" (Hervorhebungen von Kleist). Bei so
kargen Nachweisen wird zu überlegen sein, ob Kleist nicht
welche Gründe auch immer gehabt hat, Fouqué als von
seiner Familie belagert zu sehen (man mag an die briefliche
Äußerung Rilkes über Kleist denken: "(...)
wenn einem nur einfällt, daß Fouqué sein Zeitgenosse
war, samt Frau von Fouqué, ('dieser Galanterie-Degen ohne
Klinge', wie Bettina Arnim sagen würde) so gehts einem erst
über den Kopf hinaus auf, was das bedeutet, um die
Wende 1800 herum, so ein Kerl zu sein". An Marie von Thurn
und Taxis, 27. Dezember 1913; Hervorhebung von Rilke), und ob
nicht eher dem Datum des Briefes ein Anhaltspunkt für die
genauere Entstehungszeit des 'Findlings' zu entnehmen ist (Kleist
gebraucht das in Frage stehende Wort nur diese beiden Male; vgl.
Schanzes Index, a.a.O.), als daß jene Stellen über
eine für "Umgebung" synonymische Verwendung des
Wortes "Umringung" Aufschluß geben.
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