Heinrich von Kleists "Findling", in: Monatshefte 58
(1966), S. 49-63: "Kleist kann es sich gewissermaßen
leisten, auf der Ebene der Begebenheiten zu konstruieren und die
unglaublichsten Motive ineinander zu verschränken, weil die
personalen Träger dieser Begebenheiten eine unauslotbare
Tiefe besitzen". "Das Ähnlichkeitsmotiv [zwischen
Nicolo und Colino] zeigt aufs deutlichste, daß Kleist in
der Handlungskonstruktion dieser Novelle auf Wahrscheinlichkeit
und Plausibilität im empirischen Sinn ausdrücklich verzichtet
hat, daß er diesen unerhörten Zufall vielmehr bewußt
eingesetzt hat, um ein Verhängnis zu gestalten, das sich
unserem empirischen Weltverständnis gerade nicht erschließt"
(S. 54, 6O).
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