Auch der Kämmerer Kunz im 'Michael Kohlhaas' wird,
nachdem er zum Präsidenten der Staatskanzlei ernannt
worden ist (78), gleichwohl bis zum Ende der Erzählung "Kämmerer"
genannt, wodurch die Dame Heloise einmal in den Stand versetzt
wird, Kunz Gemahlin und Schwester zugleich zu sein: "Es traf
sich daß der Kurfürst von Sachsen (...) in Gesellschaft
des Kämmerers, Herrn Kunz, und seiner Gemahlin,
der Dame Heloise, Tochter des Landdrosts und Schwester des Präsidenten
[zu welcher Position Kunz ja gerade avanciert ist], (...) zu einem
großen Hirschjagen (...) nach Dahme gereist war (...)"
(79; Heloise ist natürlich die Schwester des vormaligen Präsidenten
Kallheim, der aber inzwischen Chef des Tribunals ist:
77). - Zu der Bezeichnung "der Fremde" in der 'Verlobung'
vgl. Reuß (a.a.O., S. 24), der im übrigen eine frappierende
Irritation des Textes im Zusammenhang mit dem Benennen, den von
Sembdner getilgten Namenswechsel des Fremden von Gustav
zu August (188, Zeile 34; 191, 32; 192, 5 und 15), dem
bequemen Urteil, es handle sich um ein Versehen Kleists, überzeugend
entzogen hat: a.a.O., S. 39 f.
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