Heinrich von Kleist

Zeittafel zu Leben und Werk

Zusammengestellt von Frauke Mühle-Bohlen.
© 1997 Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn

1777 18. Oktober. Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist als ältester Sohn des Kompaniechefs Joachim Friedrich von Kleist und seiner zweiten Frau Juliane Ulrike, geb. von Pannwitz, in Frankfurt a. d. O. geboren.
Erster Unterricht bei dem Hauslehrer Christian Ernst Martini, später Erziehung bei dem Prediger S. H. Catel in Berlin.
1792 Eintritt in das Garderegiment Potsdam als Gefreiter-Korporal.
1793-1795 Teilnahme am Rheinfeldzug.
1797 Beförderung zum Sekondeleutnant.
1799 Kleist erbittet und erhält den Abschied; der König stellt ihm eine spätere Anstellung im Zivildienst in Aussicht. Nach bestandener Reifeprüfung im April immatrikuliert sich Kleist an der Universität Frankfurt a. d. O. und studiert Physik, Mathematik, Kulturgeschichte, Naturrecht und Latein.
1800 Verlobung mit Wilhelmine von Zenge.
1801 März: die sogenannte Kant-Krise. Verschiedene Reisen u. a. nach Paris und in die Schweiz, Aufenthalt in Bern und Thun. Umgang mit Heinrich Zschokke, Heinrich Geßner, Ludwig Wieland.
1802 Anregung zum "Zerbrochnen Krug" durch den Kupferstich von Le Veau. Kleist soll den Stoff als Lustspiel, Zschokke als Erzählung, Ludwig Wieland als Satire behandeln. - Kleist wohnt auf einer Aare-Insel bei Thun. Arbeit an "Familie Ghonorez" (als "Familie Schroffenstein" 1803 erschienen). Anfänge des "Guiskard". Bruch mit Wilhelmine.
1803 "Familie Schroffenstein" erschienen (anonym). Reisen: Leipzig, Dresden, Paris. Vernichtung des "Guiskard"-Manuscripts. Körperlicher und seelischer Zusammenbruch, Selbstmordpläne.
1804 Aufführung der "Familie Schroffenstein" in Graz. Bewerbung um Anstellung im preußischen Zivildienst.
1805 Seit dem 1. Mai Arbeit als Diätar (Angestellter, der Tagegelder erhält) an der Domänenkammer in Königsberg. Hört nebenbei finanz- und staatswissenschaftliche Vorlesungen. "Der zerbrochne Krug" vorläufig fertiggestellt.
1806 Fortdauernde Unpäßlichkeiten, sechsmonatiger Urlaub, Aufgabe der Beamtenlaufbahn.
14. Oktober: Napoleons Sieg bei Jena, Preußens Zusammenbruch.
1807 Auf der Reise nach Dresden Verhaftung als angeblicher Spion.
Februar bis Juli in französischer Gefangenschaft.
„Amphitryon" erschienen, „Penthesilea" abgeschlossen.
1808 Zeitschrift „Phöbus" zusammen mit Adam Müller herausgegeben.
2. März: mißlungene Uraufführung des „Zerbrochnen Krugs" in Weimar durch Goethe.
„Die Hermannsschlacht" fertiggestellt.
1809 Kleist in Prag. Politische Lyrik.
1810 Uraufführung und Buchausgabe des „Käthchen von Heilbronn", Erscheinen des ersten Bandes „Erzählungen" bei Reimer („Michael Kohlhaas", „Die Marquise von O ...", „Das Erdbeben in Chili"), im Oktober die erste Nummer der „Berliner Abendblätter".
1811 Buchausgabe des „Zerbrochnen Krugs" in überarbeiteter Fassung mit gekürztem Schluß.
Zweiter Band der Erzählungen bei Reimer („Die Verlobung in St. Domingo", „Das Bettelweib von Locarno", „Der Findling", „Die heilige Cäcilie", „Der Zweikampf").
Fertigstellung des Schauspiels „Prinz Friedrich von Homburg".
Versuche, eine Anstellung als Redakteur zu finden oder wieder in preußischen Zivildienst übernommen zu werden.
21. November: Selbstmord am Wannsee bei Berlin zusammen mit Henriette Vogel.
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