Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn Pressemeldung Nr. 41/28. 4. 2004 --------------------------------------------------------- Mit der Bitte um Veröffentlichung 1. Alternativ Kurzinfo oder ausführlichere Fassung 2. Vortragsthemen und Referenten --------------------------------------------------------- Amphitryon! Das faßt kein Sterblicher Interdisziplinäres Kolloquium des Kleist-Archivs Sembdner, Heilbronn zum "Amphitryon" Freitag, 21. Mai 2004, Jagsthausen Kurzinfo Am 10. Juni 2004 eröffnen die Burgfestspiele Jagsthausen (www.jagsthausen.de) ihre Spielzeit mit Heinrich von Kleists "Amphitryon". Im Vorfeld dieser Aufführung veranstaltet das Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn (www.kleist.org) am 21. Mai 2004 in der Götzenburg in Jagsthausen ein ganztägiges interdisziplinäres Kolloquium unter dem Titel "Amphitryon! Das faßt kein Sterblicher". Während am Vormittag motivische Fragestellungen die Perspektive weiten (Jupiters Liebesleben, Der betrogene Ehemann, Doppelgängermotive) und damit die Klassische Philologie, die Volkskunde und die Psychologie dominieren, richten am Nachmittag die Romanisten und Germanisten ihren Blick auf die Dichtung selbst (Molières "Amphitryon" sowie Referate zu Kleists "Amphitryon": Mysterium und Geheimnis, "Amphitryon" als Identitätsspiel und Verhörsituationen bei Kleist). Der Eintritt ist frei. Weitere Auskünfte und Voranmeldung bitte an Kleist-Archiv Sembdner, Berliner Platz 12, 74072 Heilbronn. E-Mail: kleist@kleist.org. Fax: (07131) 56-3699. Tel. (07131) 56-2668. Weitere Informationen auch im Internet unter www.kleist.org/amphitryon. Ausführlichere Version Als der französische Dramatiker Jean Giraudoux im Jahr 1929 seine "Amphitryon"-Komödie veröffentlichte, fügte er dem Titel die Zahl 38 hinzu, um damit anzudeuten, daß seine Bearbeitung die mindestens 38. dieses antiken Stoffes sei. Der Kleistsche "Amphitryon", 1807 im Druck erschienen, 1899 erstmals aufgeführt, mit dem die Burgfestspiele Jagsthausen ihre diesjährige Spielzeit eröffnen, steht also in einer langen Tradition der Bearbeitung dieser Geschichte vom Göttervater Zeus, der sich in Gestalt des Feldherrn Amphitryon den Beischlaf mit Amphitryons Ehefrau erschleicht und mit ihr den Helden Herakles zeugt; antike Autoren wie Plautus, französische Klassiker wie Molière oder zeitgenössische Dramatiker wie Peter Hacks haben sich immer wieder aus unterschiedlichsten Ansätzen heraus mit diesem Thema beschäftigt. Heinrich von Kleists (1777-1811) "Amphitryon", um 1803 begonnen, in Dresden gedruckt, als der Dichter in französischer Gefangenschaft war, galt lange Zeit als reine Übersetzung des Molièreschen Lustspiels. Seit seiner Wiederentdeckung aber begeistert Kleists Stück das Publikum als "das witzig-anmutsvollste, das geistreichste, das tiefste und schönste Theaterspielwerk der Welt" (Thomas Mann). Man ist sich einig, daß Kleist in souveräner Genialität etwas Eigenständiges geschaffen hat, indem er den höfisch-gesellschaftlichen Charakter seiner Vorlage zugunsten einer ausführlicheren Darstellung der Identitätsproblematik und religiöser Fragen abwandelte. Entsprechend thematisch breit angelegt ist daher auch das interdisziplinäre Kolloquium "Amphitryon! Das faßt kein Sterblicher", das das Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn in Verbindung mit dem Mitherausgeber der "Brandenburger Kleist-Ausgabe" Dr. Peter Staengle (Heidelberg) und mit freundlicher Unterstützung der Burgfestspiele Jagsthausen am 21. Mai in Jagsthausen durchführt. Während am Vormittag motivische Fragestellungen die Perspektive weiten (Jupiters Liebesleben, Der betrogene Ehemann, Doppelgängermotive) und damit die Klassische Philologie, die Volkskunde und die Psychologie dominieren, richten am Nachmittag die Romanisten und Germanisten ihren Blick auf die Dichtung selbst (Molières "Amphitryon" sowie Referate zu Kleists "Amphitryon": Mysterium und Geheimnis, "Amphitryon" als Identitätsspiel und Verhörsituationen bei Kleist). Der Eintritt ist frei. Weitere Auskünfte und Voranmeldung bitte an Kleist-Archiv Sembdner, Berliner Platz 12, 74072 Heilbronn. E-Mail: kleist@kleist.org. Fax: (07131) 56-3699. Tel. (07131) 56-2668. Weitere Informationen auch im Internet unter www.kleist.org/amphitryon. Das Programm 10 Uhr Prof. Dr. Peter von Moellendorff Universität Gießen, Institut für Klassische Philologie "Gebenedeit unter den Frauen"? - Jupiters Geliebte 11 Uhr Prof. Dr. Klaus Roth Universität München, Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie Der betrogene Ehemann: Das Amphitryon-Motiv in der europäischen Popularliteratur und Volksüberlieferung 12 Uhr Dr. med. Peter Dettmering Frei praktizierender Psychoanalytiker, Wedel Das Doppelgängerphänomen in der Dichtung 13-14 Uhr Mittagspause 14 Uhr Prof. Dr. Jürgen Grimm Universität Münster, Romanisches Seminar Molières mythologische Komödie "Amphitryon" und ihre Besonderheiten 15 Uhr Prof. Dr. Gertrud Maria Rösch Universität Regensburg, Institut für Germanistik "Ich muß dies Teufelsrätsel mir entwirren". Mysterium und konstruktives Geheimnis im "Amphitryon" 16 Uhr Prof. Dr. Helmut Bachmaier Universität Konstanz, Fachbereich Literaturwissenschaft Kleists "Amphitryon" als Identitätsspiel 17 Uhr Prof. Dr. Manfred Schneider Universität Bochum, Germanistisches Institut Kleists Verhöre: ein juristisches und wissenschaftliches Modell Diskussionsleitung: Dr. Peter Staengle (Brandenburger Kleist-Ausgabe, Heidelberg) Gesamtleitung: Günther Emig, Direktor des Kleist-Archivs Sembdner, Heilbronn --------------------------------------------------------- Impressum: Kleist-Archiv Sembdner · Direktor: Günther Emig · Berliner Platz 12 (Theaterforum K3) · D-74072 Heilbronn · E-Mail: kleist@kleist.org · Fax (07131) 56-3699 · Tel. (07131) 56-2668 · Internet: www.kleist.org