Herausgegeben vom Kleist-Archiv Sembdner in Heilbronn
im November 2001
Liebe Freunde des Kleist-Archivs Sembdner,
sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Brief möchte ich Sie auf einige Termine hinweisen und würde mich freuen, Sie als Gäste begrüßen zu dürfen.
Der Schwerpunkt unserer Arbeit in der kommenden Zeit liegt zwar auf internen Arbeiten (Bestandserfassung, Neugliederung der Sammlung). Trotzdem wollen wir die eine oder andere Veranstaltung durchführen - gewissermaßen auch als Test: Eignet sich unser Konferenzraum für Vorträge, ist Montag ein guter Tag für Veranstaltungen, d. h. mit wem "konkurrieren" wir, sind unsere Besucher montags - nach dem Wochenende - schon wieder aufnahmebereit für Neues (alle warnen uns vor dem Montag), ist 19 Uhr eine bessere Zeit als 19.30 oder 20 Uhr angesichts der Tatsache, daß die Veranstaltungen allerlängstens um 21 Uhr zu Ende sind und man mit dem Bus dann noch ganz gut nach Hause kommt. Wir überlegen auch, welche Materialien wir im Vorfeld bereitstellen sollen. Beispiel: Vortrag Andreas Beck. Weiß "man", worum es im "Käthchen" und im "Homburg" geht oder sollen wir vorab (d. h. Tage vorher schon) kurze Inhaltsangaben der Stücke für Sie bereithalten usw.
Test ist auch unser vierzehntägiges Angebot "HvK & KvH: Kleist und Käthchen": mehr eine lockere Plauderei als eine wissenschaftliche Diskussion. Inhalt: Käthchen, Schmuckstücke aus unserer Sammlung, Führung durch das Kleist-Archiv Sembdner - gerade wie es Ihnen gefällt. Dauer: nach Wunsch der Teilnehmer, d. h. wir gehen von einer halben bis Dreiviertelstunde aus und sehen, was sich entwickelt. Teilnehmerminimum: Nach unten offen: Wenn jemand da ist, findet die Veranstaltung statt. Wenn niemand da ist, halt nicht.
So, und jetzt die Terminübersicht:
Montag, 19. November 2001, 19.30 Uhr (!!!)
Andreas Beck (Tübingen)
»Du siehst die Perle / nicht ...«
Scheiternde Inszenierungen des (Zwischen-)Menschlichen in Kleists »Käthchen von Heilbronn« und im »Prinz Friedrich von Homburg«. Vortrag
»Schütze mich Gott und alle Heiligen!« - das Ja-Wort einer glücklichen Märchenbraut? Der seltsame Schluß des »Käthchens von Heilbronn« bildet den Ausgangspunkt für eine Lektüre dieses Schauspiels, die den »Homburg« einbezieht und ungewohnte Akzente setzt.
Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literarischen Verein Heilbronn
Montag, 3. Dezember 2001, 19 Uhr
Stephan Bock (Bochum)
Der Klarinettenpreuße oder »Nach Herzenslust«
Heinrich von Kleist und die Klarinette. Lesung
Kleist muß famos Klarinette gespielt haben. Fragt man jedoch nach, erwidern selbst Belesene: »Was, Kleist hat Klarinette gespielt?« Dabei war Kleist doch Soldat, und auch in Potsdam war den Militärmusikern die Klarinette längst das führende Instrument!
Montag, 28. Januar 2002, 19 Uhr
Jochen Bertheau (Besigheim)
Käthchens Schwestern in den Dramen von Anouilh und Giraudoux
Vortrag in deutscher Sprache
Daß die Dramenfiguren von Giraudoux oft Vorbilder bei den deutschen Dichtern, vor allem bei Kleist, fanden, erscheint nicht überraschend. Um so ungewöhnlicher wirkt es, daß auch Anouilh das »Käthchen« bearbeitete und inszenierte und daß in seinem Spätwerk viele Figuren wie Schwestern Käthchens erscheinen.
Gemeinschaftsveranstaltung mit den Amicale des Français de Heilbronn
Montag, 18. Februar 2002, 19 Uhr
Prof. Dr. Sabine Doering (Universität Oldenburg)
Wie kommt Kleist auf die Love Parade?
Die Inszenierungen der »Marquise von O...« Vortrag
Julietta, Stuttgarter Abiturientin, wird auf der Love Parade in Berlin nach Einnahme von LSD erst gerettet, dann, noch ohnmächtig, von ihrem Retter vergewaltigt: Im September 2001 kam der Film »Julietta« in die Kinos - Kleists »Marquise von O...« modern verpackt, mit CD und dem »Roman zum Film«...
Vierzehntägig mittwochs, jeweils 10.30 Uhr
HvK & KvH: Kleist und Käthchen - Geschicht(ch)en, mit Dias und anderen Schau-Stücken
Termine in diesem Jahr:
28. Nov. und 12. Dez. 2001. (Die Termine 2002 werden rechtzeitig bekannt gegeben.)
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In diesem Sinne grüße ich Sie in der anbrechenden Vorweihnachtszeit und würde mich freuen, wenn Sie den Weg zu uns (Theaterforum K3, 2. OG, neben Eingang Komödienhaus) fänden.
Ihr
Günther Emig
Impressum: Kleist-Rundbrief regional 1/2001. Herausgegeben vom Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn
Direktor: Günther Emig, Berliner Platz 12 (im Theaterforum K3, 2. OG), D-74072 Heilbronn. Tel. (07131) 56-2668. Fax (07131) 56-3699. E-Mail: kleist@kleist.org. Internet: www.kleist.org