Kleist-Archiv Sembdner der Stadt Heilbronn

Rundbrief an alle Kleist-Interessenten, Juni 1998


Sehr verehrte Damen und Herren,

nach über vier Monaten Pause aufgrund der Stellenvakanz im Kleist-Archiv Sembdner melden wir uns mit Elan und tatenhungrig vor dem Sommerloch wieder. Künftig sollen diese periodischen Mitteilungen immer zum Quartalsende erfolgen. Wir hoffen damit, die Aktualität und Attraktivität unserer Unternehmung noch mehr zu steigern.

Wie im letzten Rundbrief vom Archiv-Verweser, Webmaster und Büchereidirektor, Herrn Emig, angekündigt, ist pünktlich zur Jahrestagung der Kleist-Gesellschaft in Hamburg Heft 10 der Heilbronner Kleist Schriften erschienen. Unter dem Titel "Das Käthchen von Heilbronn am Meininger Hoftheater" versammelt die bibliophile Kostbarkeit die Reden zur Ausstellungseröffnung im letzten Jahr in Heilbronn. Mit dabei die vielbeachtete Rede des heute 98jährigen Heidelberger Philosophen Hans-Georg Gadamer, der seinen Vortrag für den Druck noch einmal gründlich überarbeitet und erweitert hat: Preis: 20,- DM.

Ebenfalls pünktlich zur Jahrestagung ist der zweite Band "Kleist im Spiegel der Presse" erschienen. Die 300 Seiten umfassende Dokumentation aus dem Berichtszeitraum 1996-1997 basiert auf einer detaillierten Auswertung eines Zeitungsausschnittdienstes, der über 680 Publikationen, darunter gut 200 Tageszeitungen, mehr als 300 Zeitschriften und knapp 30 Wochenzeitungen, beobachtet hatte. Die Publikation bietet einen hervorragenden Überblick über die aktuelle Wirkungsgeschichte Heinrich von Kleists. Preis: 20,- DM. Diese sowie alle übrigen Veröffentlichungen sind portofrei gegen Einsendung eins Verrechnungsschecks bei uns erhältlich.

Seit dem letzten Rundbrief sind in der Zwischenzeit auch die Heilbronner Kleist-Blätter 4 erschienen. Wieder einmal lobte die Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT, Nr. 10, 26.2.1998, die Aktivitäten des Kleist-Archivs der Käthchenstadt. Als "unentbehrliches Kleist-Buch zum sensationellen Preis von zehn Mark für 116 Seiten mit sieben farbigen Abbildungen" hat die ZEIT die Qualität der HKB erkannt. Die HKB verstehen sich als brandaktuelles Organ aller Kleist-Interessierten. Mitteilungen sind willkommen.

HKB 5 mit der Fortführung der aktuellen Kleist-Bibliographie ist in Vorbereitung und wird im August 1998 erscheinen. Heft 6 wird u.a. einen großen und aktuellen Forschungsbericht enthalten. Mehr wird jedoch an dieser Stelle noch nicht verraten. Die HKB können abonniert werden. Neue Beiträger und Rezensenten willkommen.

Von den in einem der früheren Rundbriefe angekündigten vier Publikationen sind also drei termingerecht erschienen. Für die vierte, die Veröffentlichung der Beiträge zum Kolloquium "Das Käthchen und seine Schwestern. Dramenfiguren um 1800", fehlen uns leider immer noch zwei Beiträge. Doch sind wir seit der Hamburger Jahrestagung guten Mutes, daß der Druck noch im Sommer beginnen kann.

Was haben wir weiter vor:

Zunächst wird am 14. Juli 1998, 19:30 Uhr Rüdiger Wartusch (Braunschweig) in der Stadtbücherei unter dem Titel "Käthchens Kopenhagener Schwester Maria" über die bislang nirgends dokumentierte früheste Kleistübersetzung ins Dänische (1819!) einen Vortrag halten. Der Vortrag soll auch gedruckt werden.

Als Pendant zur Ausstellung "Heilbronner Künstlerbund & Kleist" wird am 22. September 1998 die Ausstellung "Frankfurter Künstlerbund & Kleist" in der Stadtbücherei Heilbronn eröffnet. Anschließend ist sie bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt (Oder) zu sehen. Dazu bereiten wir in Verbindung mit den Frankfurter Kollegen einen Katalog vor, der zusammen mit dem Vorgängerband "Künstlerbund Heilbronn & Kleist" auch ein Stück deutsch-deutscher Befindlichkeit(en) dokumentieren wird.

Im Herbst wird der diesjährige Kleistpreisträger Dirk von Petersdorff zur Eröffnung der Ausstellung "Neue Bücher 1998" in der Stadtbücherei lesen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Das ursprünglich für Mai 1998 angekündigte Kolloquium "Erotik und Sexualität im Werk Heinrich von Kleists" soll nun im April 1999 durchgeführt werden. Einen Workshop mit vorwiegend Postgraduierten planen wir für Oktober 1999.

Daneben gibt es eine Reihe von Neuigkeiten aus unserem Internetangebot, das sich nach wie vor großer Benutzerzahlen erfreut. Hervorheben möchte ich hier nur zwei Dinge: Zum einen sind wir erheblich schneller geworden, seit wir den Provider gewechselt haben, und zum andern hat sich vor allem unsere Wissenschaftsseite bestens bewährt. Den Nachwuchs mögen Sie bitte unter den entsprechenden Links unter www.kleist.org selber bestaunen.

Ein weiteres Projekt liegt mir sehr am Herzen: auf vielfachen Wunsch, sowohl von Lehrenden als auch Studierenden, möchte ich für das kommende Wintersemester einen Terminkalender mit möglichst zahlreichen Hinweisen zu Kleist-Veranstaltungen einrichten. Dieser soll sowohl im Internet als auch in den HKB zur Verfügung stehen. Dazu wurden alle germanistischen Seminare und Abteilungen angeschrieben. Doch sind wir auch und in besonderem Maße auf Ihre Mithilfe angewiesen. Bitte melden Sie uns Ihre Recherchen in Sachen Kleist.

Zum Abschluß noch ein Wort: Ein städtisches Literaturarchiv steht und fällt nach unserer Überzeugung mit seinen kritischen Benutzern. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin mit Ihrer Kritik und Ihrer Ermunterung. In diesem Sinne freut sich auf eine enge Zusammenarbeit

Anton Philipp Knittel


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