Vortrag von Professor Dr. Wolfgang Wittkowski (Albany, USA)

Kohlhaas, Luther und die Staatsautorität

26. 10. 1999, 19.30 Uhr, Stadtbücherei Heilbronn, Deutschhof


Heinrich von Kleists Erzählung "Michael Kohlhaas", 1810 im ersten Band der Erzählungen erschienen, wurde früh kontrovers gelesen. Von einigen zeitgenössischen Dichtern wie Achim von Arnim und Clemens Brentano als "schön" und "trefflich" bezeichnet, wurde sie von andern, wie Goethe, wegen ihres "Widerspruchsgeistes" und wegen ihrer "Hypochondrie" abgelehnt. Eine der bekanntesten Novellen der deutschen Literatur erzählt die Geschichte des Pferdehändlers Michael Kohlhaas, der im erbitterten Kampf um sein Recht keine Kompromisse kennt und selbst vor Gewalttaten nicht zurückschreckt. Seit knapp 200 Jahren ist Kleists Geschichte um Recht und Gerechtigkeit denn auch in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Debatten aktuell, sei es in Diskussionen um Fragen einer Legitimation von Widerstand gegen staatliches (Un-)Recht oder generell bei Fragen um Ethik und Moral. Kaum verwunderlich, daß gerade in den Neuen Bundesländern in den vergangenen Jahren Kleists Meister-Novelle zur allgegenwärtigen Diskussionsfolie avanciert ist.

Professor Dr. Wolfgang Wittkowski, Jahrgang 1927, ist als international ausgewiesener Literaturwissenschaftler und Kleistforscher in Heilbronn kein Unbekannter. Bei den beiden Tagungen des Kleist-Archivs Sembdner 1997 und 1999 war Professor Wittkowski zu Gast, so daß bei der Brisanz der Kleistschen Novelle, und einem bekanntermaßen streitbar geistvollen Referenten mit einem spannenden Vortrag zu rechnen ist.

Der Eintritt ist frei

Pressemitteilung
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