P[rojekt] zwofünfundzwanzig - HSchlacht & anderes

Zum 225. Geburtstag Heinrich von Kleists

Eine Aktion des Kleist-Archivs Sembdner

(c) 2002 Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn


Prof. Dr. Winfried Woesler (Universität Osnabrück)

Kleist und Grabbes Hermannsschlachten
Gestaltung und Aktualisierung eines vaterländischen Mythos

Montag, 7. 10. 2002, 19.30 Uhr
Heilbronn, Hagenbucher, Kranenstr. 14 (beim Insel-Hotel)

Eintritt frei


Die Varusschlacht als wichtiges Ereignis der germanischen Geschichte wurde seit dem Humanismus zur Stärkung des deutschen Nationalbewußtseins von den Dichtern stilisiert. Im Humanismus galt der Kampf dem katholischen Rom, Kleist rief Deutschland zur Befreiung von Napoleon auf. Das Geschichtsdrama Grabbes, der Kleists Stück kannte, wendet sich im Geist des Historismus der Vergangenheit zu und versucht, diese lebendig zu machen. Grabbes Utopie ist rückwärts gewandt, Kleist träumt von einer auf dem freien Zusammenschluß der Völker beruhenden Weltregierung. Dabei ist der Stil Kleists eher idealistisch, der Stil Grabbes eher realistisch.

Prof. Dr. W. Woesler lehrt an der Universität Osnabrück Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Neuere deutsche Literatur. Er ist Mitherausgeber der Sammelbände "Arminius und die Varusschlacht" (Paderborn 1994) und "Antike neu entdeckt. Aspekte der Antike-Rezeption unter besonderer Berücksichtigung der Osnabrücker Region" (Möhnesee 2002).


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