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Heinrich von Kleist - Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit
Die letzte Nacht / sein Leben
Musikalisch-szenische Lesung

Mitwirkende: 4 oder 5
Moderation: Tanja Langer / evtl. Rainer Rubbert
Mezzosopran: Claudia Herr (Henriette Vogel/Ulrike von Kleist)
Bariton: Thorbjörn Björnsson (Heinrich von Kleist)
Klavier: Martin Schneuing

In Tanja Langers Novelle über Kleists und Henriette Vogels letzter Nacht am Wannsee wird in Rückblenden Kleists Leben und Schaffen anschaulich.
Solostücke und Duette aus der Oper "Kleist" ergänzen und bereichern das Programm und lassen die Figuren lebendig werden.

Tanja Langer: Exposé
"Wir sehen uns wieder in der Ewigkeit"
vivre libre ou mourire!
Freie Novelle über die letzte Nacht von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel, die sich gemeinsam am 21.11.1811 am Kleinen Wannsee das Leben nahmen.
Zwei setzen sich in Berlin in die Kutsche und fahren zum Gasthof Stimming am Wannsee, um dort eine Nacht zu verbringen. Es wird ihre letzte sein; denn sie haben beschlossen, sich am nächsten Tag das Leben zu nehmen.
Was geschieht in diesen letzten vierundzwanzig Stunden? Was geschieht in dieser Nacht? Was hat den deutschen Dichter und seine Freundin, die angeblich unheilbar an Krebs erkrankt war (was nicht stimmt) dazu veranlasst, keinen anderen Weg für sich zu sehen, als "heiter" zu sterben?
Zwischen Heinrich und Henriette entwickelt sich in ihrer Schlaflosigkeit eine Dynamik aus Nähe, Zank, Intimität und Einsamkeit, die einige Überraschungen bereit hält. In Gesprächen, inneren Monologen und Rückblenden erfährt man nicht nur die Geschichte ihrer eigensinnigen Beziehung, sondern auch vieles über die Zeit um 1800 und Situationen ihrer beider Leben. Erzählt wird vom (erfundenen) haitianischen Maler Émile Liberté, der Kleist im Gefängnis die Geschichte von Toussaint L´Ouverture erzählt, dem Anführer der haitianischen Revolution, die ihn zur "Verlobung von Santo Domingo" inspirieren wird, von Kleists enger Freundschaft mit dem Militaristen Ernst von Pfuel, den Liebeshändeln über Kreuz von Henriette Vogel, Kleist und Adam Müller, der mit Kleist zusammen Pläne und Projekte anschiebt und scheitern lässt und sich als Kalmäuser und Fuchsschwänzer entpuppt; erzählt wird von Henriettes einsamer Ehe, toten Kindern, über die nicht gesprochen werden darf und der eingewurzelten Wehmut in Familien. Es geht um die Liebe zur Literatur, die Sehnsucht nach Anerkennung und nach dem Tod, die Wut über Napoleon und einen unbezwingbaren Freiheitswillen.
Atmosphärisch dichte Schilderungen führen immer wieder in die beiden Zimmer im Gasthof Stimming am Berliner Wannsee zurück; komische Situationen wechseln sich mit einsamen Augenblicken ab. der Grundzug des Buchs ist, wie die beiden sich den Tod wünschten, überraschend heiter.
Musik:
1. "Der See der Stille.." (Kleist) 6 Min.
2. "Die Geschichte der Marquise...Sind Sie vielleicht der Vater meines Kindes?" (Henriette) 4 Min.
3. "Du ließest mich alleine in dieser dunklen Nacht..." (Henriette) 3 Min.
4. "Wie soll ich dich so lieben..." (Ulrike/Kleist) 4 Min.
5. "So Henry and I..." (Abschiedsszene Henriette/Kleist) 10 Min.

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