Kleistgrab - eine Hörspiel-Installation von Paul Plamper
Akustisch geführter Parcours am Todesort von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel am Wannsee
Gefördert im Rahmen des Kleist-Jahres 2011

Ausgestattet mit Kopfhörer und Mobiltelefon besucht der Besucher das Kleistgrab und dessen Umgebung. Je nach Standort auf dem Areal hört man Gespräche und Aussagen der Boten, der Mägde, des Wirts und diverser Figuren, die in den Vernehmungsprotokollen um den Doppelsuizid auftauchen. Diese Figuren kommentieren die letzten Briefe, die Kleist und Henriette Vogel aufgegeben haben. Briefe, in denen die beiden noch Rechnungen für Barbiere, Verschenkung von Gitarren und den Transfer der Porzellantassen geregelt haben. Die Exaltiertheit dieses Todes, das Entschwinden der beiden 'Culturmenschen' erscheint im Spiegel 'normaler' Leute. Hörend und gehend erschließt der Besucher aus den verschiedenen Beschreibungen, was an dem Ort geschehen ist.

Hör- und Navigationstechnik

Die Hörspiele werden als sogenannte "Kunstkopfaufnahmen" produziert – eine Aufnahmetechnik, die einen natürlichen Höreindruck mit genauer Richtungslokalisation kombiniert. Durch diese Aufnahmetechnik entsteht die Anmutung von historischen Klangdokumenten, denn man hört genau, an welcher Stelle beispielsweise ein alter Pferdekarren vorbei fährt. Zur Orientierung in der 'historischen Doku-Fiktion' hat man auf dem Bildschirm des Mobiltelefons eine Landkarte. Wie bei einem Navigationssystem im Auto sieht man darauf die eigene Position und mögliche Wegvarianten. Außerdem erkennt der Besucher die Orte, an die er sich begeben muss, um die Hörspiele auszulösen.

Die Ausgabestelle für Abspielgeräte und Kopfhörer wird eine lokale Institution sein. Die dort erhältlichen Mobiltelefone ermöglichen die Begehung des akustischen Denkmals unter Idealbedingungen – also mit GPS-Mobiltelefon und den Kopfhörern, für die gemischt wird. Gleichzeitig werden auf der Website der Kulturstiftung des Bundes sowohl sämtliche Soundfiles wie auch eine analoge Landkarte des Terrains kostenfrei erhältlich sein.

Kontakt: Paul Plamper
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(Quelle: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kleist_jahr_2011/kleistgrab_hoerspielinstallation.html, 28. 12. 2010)