Schwarzes Brett

Heinrich von Kleist und die Briefkultur um 1800

Tagung des Instituts für Germanistik der Jagellonen-Universität Krakau
in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln
vom 27.9.2011 bis 30.9.2011,

begleitet von der Ausstellung der beiden oben genannten Institute
in Zusammenarbeit mit der Biblioteka Jagiellońska Kraków
aus Anlass von Heinrich von Kleists 200. Todestag
vom 27.9.2011 bis 22.10.2011

Anlässlich von Heinrich von Kleists 200. Todestag 2011 wird die Gelegenheit ergriffen, einerseits auf Heinrich von Kleists Briefwechsel aufmerksam zu machen, andererseits aber auch auf dessen breiteren Kontext, den man unter dem Stichwort Briefkultur um 1800 subsumieren könnte.

Im Zentrum des Interesses steht dabei das in der Krakauer Biblioteka Jagiellońska befindliche Konvolut von ca. 100 Kleist-Briefen, das etwa die Hälfte der insgesamt erhaltenen Kleist-Briefe ausmacht. Wahrscheinlich zum ersten Mal werden diese Briefe nun (natürlich nur in einer Auswahl) der Öffentlichkeit gezeigt, und zwar in einer Ausstellung vom 27.9. bis 22.10.2011 in der Bibliothek der Krakauer Jagiellonen-Universität, die mit einer mehrtägigen Tagung zu „Kleist und die Briefkultur um 1800“ eröffnet wird.

Bei den in Krakau vorhandenen Kleist-Briefen handelt es sich um fast alle Briefe an Ulrike von Kleist und an Wilhelmine von Zenge, außerdem z.B. einzelne Briefe an Achim von Arnim, Marie von Kleist, Rahel Levin, Otto August Rühle von Lilienstern, Karl August Varnhagen von Ense und nicht zuletzt der erste erhaltene Brief Kleists von 1793 an seine Tante, Auguste Helene von Massow, außerdem der einzige erhaltene Brief Goethes an Kleist.

Den ersten Schwerpunkt bilden damit zwar die frühen Briefe Kleists, aber es sollen während der Tagung auch die europäischen (inkl. polnischen) Dimensionen der Briefkultur um 1800 ebenso wie die medialen und materialen Bedingungen der Kommunikationsverhältnisse beleuchtet werden: Welche Briefformen existieren und welchen (inhaltlichen und sprachlichen) Einfluss zeitigen sie auf die Art der Mitteilung? Was sagen Papierqualitäten und -größen, Tinten und Versandarten über die Nachricht aus? Wie werden Beförderungsbedingungen reflektiert und welche Auswirkungen haben sie auf Form und Inhalt von Briefen? Wie werden all diese Aspekte in der Literatur aufgegriffen und reflektiert? usw. Heinrich von Kleist ist ein Autor, der in geradezu idealtypischer Weise diese Kommunikationsbedingungen reflektiert und verarbeitet: angefangen bei einer auffallenden Häufung von Briefen und ‚Billets’ in seinen Werken, die oft entscheidende Wendepunkte der Handlung markieren, bis hin zu seinem halb scherzhaften, halb ernst gemeinten Projekt einer "Bombenpost" zur Beschleunigung der Kommunikation. Aber schon die frühen Briefe erhalten nicht nur Bedeutung als Lebenszeugnisse, sondern sind bereits Schreibübungen und Bestandteile seines literarischen Ideenmagazins. Vorträge sind v.a. erwünscht zu Themen, die Kleists Briefe in den Kontext mit der Briefkultur und dem Kommunikationswesen um 1800 stellen, bzw. zu Aspekten und Autor(inn)en, die sich um unmittelbaren zeitlichen und kulturellen Umfeld Kleists befinden, also zu dessen Verständnis beitragen.

Wir werden uns über Anmeldungen erfahrener Forscher(inne)n und Nachwuchswissenschaftler(innen) bis 10. April 2011 freuen. Interessierte sind herzlich eingeladen, ein Abstract (300 Wörter für einen Vortrag von max. 30 Minuten Länge, einschließlich Diskussion) und eine kurze Vita (10-20 Zeilen) als Word-/PDF-Dokument an die Organisatoren zuschicken. Da es sich im Kern um eine Partnerschaftstagung der Germanistischen Fachbereiche der Universitäten Krakau und Köln handelt, an der auch eingeladene Experten und Gäste von anderen Partnerinstituten der Krakauer Germanistik teilnehmen werden, ist die Anzahl der für die freie Anmeldung zur Verfügung stehenden Plätze auf max. 16 Plätze eingeschränkt. Es ist eine Tagungsgebühr von 25 Euro vorgesehen, die einen Teil der Druckkosten des 2012 zu veröffentlichenden Tagungsbands decken sollte.

Dank bestehenden Partnerschaftsverträgen wird im Rahmen der Institutspartnerschaften den bereits von Organisatoren eingeladenen Gästen ein Teil der Aufenthaltskosten zurückerstattet. In allen anderen Fällen können wir leider keine Reise-, Unterkunft- und Aufenthaltskosten übernehmen. Wir bitten um Ihr Verständnis und laden herzlich zu unserer Tagung ein.

Organisatoren:

Institut für Germanistik Jagellonen Universiät Krakau
Dr. habil. Katarzyna Jaśtal, E-mail: kjastal[at]op.pl
Dr. Paweł Zarychta, E-mail: pawel.zarychta[at]uj.edu.pl
al. Mickiewicza 9
PL-30-121 Kraków

Institut für deutsche Sprache und Literatur I
Universität zu Köln
Dr. Ingo Breuer, E-mail: ingo.breuer[at]uni-koeln.de
Albertus-Magnus-Platz
D-50931 Köln

(Quelle: http://www.h-germanistik.de, 30. 3. 2011)

 

Deutsch-polnischer Kleist-Theatertag
10.Januar 2011
Collegium Polonicum

Veranstalter:

Fremdsprachenlektorat des Collegium Polonicum

Programm:

15.00 - 17.30: Deutsch-polnischer Theaterworkshop
Zur Teilnahme am Workshop sind alle Interessierten herzlich eingeladen
Leitung: Frank Radüg, Direktor der Theaterschule in Frankfurt (Oder)

19.00: Das Theaterstück: "Die Verlobung in St. Domingo" nach der Erzählung von Heinrich von Kleist
Regie Frank Radüg

20.00: Empfang und eine Feuerperformance der Theatergruppe "Form Art" aus Lodz

21.00: Das Theaterstück: "Marquise von O...." von Heinrich von Kleist
"Theater im Schuppen" aus Frankfurt (Oder)
Regie: Frank Radüg

22.00 Ausklang

Das Theaterstück "Die Verlobung in St. Domingo" wurde von den Studenten des Collegium Polonicum in Słubice und der Theaterschule in Frankfurt (Oder) und im Rahmen eines vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk geförderten Theaterprojekts vorbereitet.

Collegium Polonicum ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Adam Mickiewicz Universität in Poznań.

Kontakt: Artur Kopka
Lektorat Języków Obcych Fremdsprachenlektorat Collegium Polonicum
ul. Kościuszki 1
69-100 Słubice
Tel.: +49.(0)335.5534.16.436
Fax.: +49.(0)335.5534.16.455
Handy: +49.(0)151.2632.1923
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Website: http://www.cp.euv-frankfurt-o.de

 

Kunst und Künstlichkeit – Über das Marionettentheater
Szenische Konzerte mit Tanz über "Das Marionettentheater" von Heinrich von Kleist

In seinem Text "Über das Marionettentheater" befasst sich Kleist mit der ästhetischen Grundfrage, wo der "wahre" Künstler zwischen den beiden gegensätzlichen Positionen ursprünglicher Natürlichkeit und elaborierter Kunstfertigkeit anzusiedeln sei. Anlässlich Kleists 200. Todestages im Jahr 2011 komponiert Isabel Mundry das Konzert Kunst und Künstlichkeit für Instrumental- und Vokalensemble, Tänzer und Sopranistin, mit dem sie die Problematik von Kleists Essay aufnimmt und das Verhältnis von Mensch, Maschine, Kunst und Natur umkreist. Text, Musik und Tanz greifen auf vielschichtige Weise ineinander und überlagern sich, im facettenreichen Spiel von Bild und Abbild erfahren sie verschiedene Formen der Verkünstlichung bis hin zur Digitalisierung. Die Komposition thematisiert und erfährt gleichermaßen einen Prozess der Reflexion und Differenzierung; und vollzieht damit, wovon der Text erzählt: eine komplexe Selbstspiegelung. Der Aufführung in Thun im Rahmen der Kleist-Feierlichkeiten folgen weitere Aufführungen an Lebens- und Wirkungsstätten Kleists.

Künstlerische Leitung: Isabel Mundry, Komponistin und Jörg Weinöhl, Tänzer & Choreograph
Tanz: Jörg Weinöhl
Musik: Ensemble Recherche, Vokalensemble Zürich (CH)
Dramaturgie: Anett Lütteken (CH)
Sängerin: Petra Hoffmann

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Schlosskonzerte Thun (Schweiz), 3. Juni 2011
Züricher Festspiele (Schweiz), 25. Juni 2011
Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf / Duisburg

Kontakt:
Projektteam „Kunst und Künstlichkeit“
Stallikerstrasse 1
CH-8142 Uitikon Waldegg
Schweiz

(Quelle: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kleist_jahr_2011/kunst_und_kuenstlichkeit.html, 28. 12. 2010)

   

Kleistgrab - eine Hörspiel-Installation von Paul Plamper
Akustisch geführter Parcours am Todesort von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel am Wannsee
Gefördert im Rahmen des Kleist-Jahres 2011

Ausgestattet mit Kopfhörer und Mobiltelefon besucht der Besucher das Kleistgrab und dessen Umgebung. Je nach Standort auf dem Areal hört man Gespräche und Aussagen der Boten, der Mägde, des Wirts und diverser Figuren, die in den Vernehmungsprotokollen um den Doppelsuizid auftauchen. Diese Figuren kommentieren die letzten Briefe, die Kleist und Henriette Vogel aufgegeben haben. Briefe, in denen die beiden noch Rechnungen für Barbiere, Verschenkung von Gitarren und den Transfer der Porzellantassen geregelt haben. Die Exaltiertheit dieses Todes, das Entschwinden der beiden 'Culturmenschen' erscheint im Spiegel 'normaler' Leute. Hörend und gehend erschließt der Besucher aus den verschiedenen Beschreibungen, was an dem Ort geschehen ist.

Hör- und Navigationstechnik

Die Hörspiele werden als sogenannte "Kunstkopfaufnahmen" produziert – eine Aufnahmetechnik, die einen natürlichen Höreindruck mit genauer Richtungslokalisation kombiniert. Durch diese Aufnahmetechnik entsteht die Anmutung von historischen Klangdokumenten, denn man hört genau, an welcher Stelle beispielsweise ein alter Pferdekarren vorbei fährt. Zur Orientierung in der 'historischen Doku-Fiktion' hat man auf dem Bildschirm des Mobiltelefons eine Landkarte. Wie bei einem Navigationssystem im Auto sieht man darauf die eigene Position und mögliche Wegvarianten. Außerdem erkennt der Besucher die Orte, an die er sich begeben muss, um die Hörspiele auszulösen.

Die Ausgabestelle für Abspielgeräte und Kopfhörer wird eine lokale Institution sein. Die dort erhältlichen Mobiltelefone ermöglichen die Begehung des akustischen Denkmals unter Idealbedingungen – also mit GPS-Mobiltelefon und den Kopfhörern, für die gemischt wird. Gleichzeitig werden auf der Website der Kulturstiftung des Bundes sowohl sämtliche Soundfiles wie auch eine analoge Landkarte des Terrains kostenfrei erhältlich sein.

Kontakt: Paul Plamper
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

(Quelle: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kleist_jahr_2011/kleistgrab_hoerspielinstallation.html, 28. 12. 2010)

 

Kleistfestival
Theaterfestival am Maxim Gorki Theater Berlin im Rahmen des Kleist-Jahres 2011

Das Maxim Gorki Theater Berlin veranstaltet anlässlich des 200. Todestages des Dichters im November 2011 ein Kleistfestival: Sämtliche Dramen sowie ausgewählte Projekte zu seinem erzählerischen Werk werden zur Aufführung kommen. Zum Festival-Programm auf der Bühne des Maxim Gorki Theaters zählen, neben den Inszenierungen "Amphitryon", "Der zerbrochne Krug", "Penthesilea", "Prinz Friedrich von Homburg", den Gastspielen der Münchner Kammerspiele ("Der Krieg" mit dem Fragment "Robert Guiskard" und "Die Hermannsschlacht"), auch die Neuinszenierungen "Das Erdbeben in Chili", "Das Käthchen von Heilbronn" und "Die Familie Schroffenstein".

In einem umfassenden Rahmenprogramm werden sich Künstler unterschiedlicher Sparten mit verschiedenen Aspekten und Fragestellungen zu Kleists Werk und Leben auseinandersetzen: mit Vorträgen, Seminaren, Konzerten, Inszenierungen im öffentlichen Raum, Lesungen, Filmvorführungen, Workshops und vielem mehr.

Im Laufe des Kleist-Jahres 2011, außerhalb des Festivalzeitraums, finden Gastspiele in Frankfurt /Oder statt.

Das Gorki Theater engagiert sich seit einigen Jahren in besonderem Maße für Aufführungen von Kleists Dramen und ist insbesondere bemüht, ein junges Publikum für seine Produktionen zu gewinnen. Dabei stehen thematische Verbindungen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen im Vordergrund.

Kurator: Arved Schultze
Produktionsleitung: Julian Kamphausen

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Uraufführung im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Kleist-Jahr 2011 in Frankfurt (Oder), März / April 2011
Festival im Maxim Gorki Theater Berlin, 4. bis 21. November 2011

Kontakt:
Maxim Gorki Theater Berlin
Claudia Nola
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 20 221 356
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.gorki.de

(Quelle: http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kleist_jahr_2011/kleistfestival_4135_4.html)

   

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