Das "Heilbronner Intelligenz-Blatt" meldet in seiner Nummer 1 vom 1. Januar 1835 auf Seite 8 unter der Überschrift "Theater-Anzeige.":
Dienstag, den 6. Jan.: Das Kätchen von Heilbronn. Ritterschauspiel in 5 Akten von HolbeinNr. 3 (3. Jan., S. 24), unter "Theater-Anzeige.":
Mittwoch den 7. Jan.: Das Kätchen von Heilbronn. Ritterschauspiel in 5 Akten von HolbeinGespielt wird also die Bearbeitung des Stücks von Franz von Holbein, die bereits 1822 im Druck erschienen ist (Reprint dieser Ausgabe beim Kleist-Archiv Sembdner erhältlich).
Obwohl andere Theateraufführungen besprochen werden, gibt es hiervon keine Kritik im "Heilbronner Intelligenz-Blatt". Auch ein Theaterzettel scheint nicht erhalten geblieben zu sein.
Der Chronik der Stadt Heilbronn, Band 1, Seite 366 entnehmen wir unter Datum 1. Oktober 1833: "In diesem und im nächsten Winter wieder Theatervorstellungen unter J. Winter im Braunhardschen Saal."
Über J[akob] Winter finden wir in Ludwig Eisenberg "Grossem Biographischem Lexikon der Deutschen Bühne", Leipzig 1903, Seite 1133 u.a.:
Geboren 1784, gestorben 1865. Beginnt 1811 die "50jährige Wanderschaft". - "Auch übernahm er zuerst die Mitdirektorschaft und später die alleinige Leitung einer Truppe. Er trat in allen größeren Städten Württembergs, später auch in einigen Nachbarstaaten mit seiner Gesellschaft auf [...] Rollen wie [...] 'Knappe Gottschalk' [also im "Käthchen von Heilbronn"] sc. sc. waren Partien, in denen er außerordentlich gern gesehen war."1844 wird das Heilbronner Theater eröffnet. Prinzipal ist Winter (Heilbronner Chronik, Seite 376). Noch in dieser ersten Spielzeit bringt er wiederum das "Käthchen" auf die Bühne. - Soweit das leicht Zugängliche.
Wo gibt es Forschungsansätze? Zum Beispiel hier: Wenn er in allen größeren Städten Württembergs aufgetreten ist, so helfen vielleicht die dortigen lokalen Theatergeschichten weiter und klären die Frage, ab wann er das Stück ins Repertoire genommen hat, wie es bearbeitet und besetzt war. Denkbar nämlich, daß er das Stück zu gleicher Zeit auch in Heilbronn gespielt hat... - Man wird sehen: Fortsetzung folgt gelegentlich.
18. Januar 2007, Günther Emig. Tel (07131) 56-2668)