Von Günther Emig
Wie hat das Käthchen eigentlich ausgesehen? Eine Frage, die uns Heilbronner schon immer bewegt hat – so sehr bewegt, daß drei Jahre lang ein Streit um das "wahre Käthchen" tobte, 1963 bis 1965, als es um den Käthchen-Brunnen von Dieter Läpple ging.
Nun kennt man ja das Mädle von den alten Postkarten her, die man prae/post datiert, sprich: vor und nach Einführung der Straßenbahn (1897), das heißt mit oder ohne Schienen vor dem Käthchenhaus.
Weiter zurück, bis 1850, reicht eine Abbildung des Bruders der Märchen-Brüder Grimm, Emil Ludwig. Der traf die wackre Maid, als er 1850 von Kassel über den Main nach Süddeutschland und von dort zurück reiste. Auf einer 9 Meter langen Papierrolle hat er sein Reisetagebuch in Bildern konserviert.
Drei dieser Bilder spielen in der Neckarstadt:
"Ankunft in Heilbronn" |
"Heilbronner Regenwetter" |
"Das Kätchen [ohne h] von Heilbron [mit einem n] gibt mir Angedenken, für die Damen nach Haus" |
Emil Ludwig Grimm, 1847 |
Womit die Grimmsche Katrin wohl das älteste bekannte Heilbronner Käthchen sein dürfte.