Projektleitung und -koordination: Günther Emig, Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn
Auf dieser Seite beschreiben wir, was wir vorhaben und wie weit wir sind...
Situationsbeschreibung
Stand der Arbeit
Situationsbeschreibung
Kleist-Bibliographie, ein leidiges Thema. Einerseits existiert eine wahre Titelflut an Büchern, Aufsätzen, Besprechungen usw., andererseits stammt die letzte zusammenfassende Kleist-Bibliographie aus dem Jahr 1961. Daß ein solcher Zustand die Forschungssituation nicht gerade anheizt, kann man sich denken.
Welche Bibliographien zieht man denn nun vernünftigerweise heran?
1. Primärschriften bis 1863
Man nehme Sembdner, Heinrich von Kleist 1803-1862. Eine Bibliographie. 1966. (Obacht Kaufinteressierte: Im Verlag Hiersemann neu unter 25 Euro, antiquarisch, d. h. mit dem Arbeitsschweiß und den Eselsohren der Vor-Benutzer, bis über 100 Euro!)
2. Primär- und Sekundärliteratur 1914ff.
Für die Zeit von 1914 bis 1937 greife man zu den Kleist-Jahrbüchern aus den 20er und 30er Jahren, die 1970 sogar reprinted wurden.
Für die Zeit von 1938 bis 1944 greife man zur CD-ROM, die dem Band "Kleist-Material" der BKA beiliegt. Dort im Faksimile die korrigierten Druckfahnen für das das nicht mehr erschienene Kleist-Jahrbuch.
Für die Zeit von 1945 bis 1960 greife man zum Jahrbuch der Deutschen Schiller-Gesellschaft von 1961.
Überlappend für die Zeit von 1945 bis 1990 nehme man den 1998 erschienenen Band 17 des von Heiner Schmidt herausgegebenen außerst empfehlenswerten "Quellenlexikons zur deutschen Literaturgeschichte". Wobei es sich hier im Gegensatz zu Minde-Pouet und Rothe anlagebedingt um eine nichtannotierte Titelauflistung handelt.
Für die Zeit von 1990 bis zur Gegenwart greife man zu den Heilbronner Kleist-Blättern.
(Die Beschreibung der Bibliographien findet man übrigens in den Heilbronner Kleist-Blättern.
Vorspann zum Verständnis
Um 1996 hatte Klaus Kanzog einen Vortrag in Heilbronn. Von (gelerntem) Bibliothekar zu (gelerntem) Bibliothekar unterhielten wir uns über die bibliographische Situation zu Kleist. Als von außen Dazugestoßener, der keinen gewachsenen Zettelkasten auf dem Schreibtisch hatte, war ich darauf angewiesen, schnell und effizient Literatur zu finden. Was lag da näher, als bei der oben beschriebenen Lage entsprechend den bibliographischen Großtaten wie dem "Gesamtverzeichnis des deutschen Schrifttums" zu verfahren, d. h. das vorliegende gedruckte Material zu (foto-)kopieren, neu sortiert zusammenzukleben und das Ergebnis zu drucken? Klaus Kanzog stimmte mir insoweit zu, als dieser "Behelf" ein sinnvoller Zwischenschritt auf dem Weg zu einer "ordentlichen" Bibliographie sei, die er für unabdingbar hielt und hält, sagte aber, daß ich mir diese Arbeit des Kopierens und Klebens sparen könne: Er habe das vor Jahren veranlaßt, das Ergebnis liege unveröffentlicht vor. Tatsächlich brachte der Briefträger wenig später die Kopien ins Haus. So langsam kristallisierte sich bei mir die Vorstellung heraus, man müsse weitergehen, müsse das von Klaus Kanzog übergebene Manuskript abschreiben, um die ungedruckten Fahnen des Zeitraums 1938 bis 1944 ergänzen, mit der bereits von uns abgeschriebenen Bibliographie Eva Rothes (Zeitraum 1945-1960) vereinen und mit einem gemeinsamen Register versehen. - So fing alles an...
Stand: 21. März 2002
Eva Rothes Bibliographie, seit mehreren Jahren abgetippt und von uns ins Internet gestellt, ist vor-korrekturlesebereit. Dieser Aufgabe wird sich eine ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterin beim Seniorenbüro Heilbronn, Frau Doris Niethammer, unterziehen.
Dieweil hat eine andere ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterin des Seniorenbüros, Frau Margarete Lohmiller, etwa die Hälfte des Datenmaterials (Zeitraum 1914-1937) per Computer abgeschrieben. (OCR-Bearbeitung ist wegen der Frakturschriftvorlagen nicht möglich.) Erfaßter Umfang bisher ca. 150 Seiten DIN-A-4 bei Schriftgröße 10p. = die Hälfte des Materials.
Erfaßt sind die Kapitel (über den gesamten Berichtszeitraum hinweg)
1. Bibliographisches und Allgemeines
2. Gesamt- und Teilausgaben der Werke
3. Zu den Briefen
4. Stammbucheinträge
5. Zur Biographie und Charakteristik
6. Allgemein-Literarhistorisches
7. Beziehungen zu Vorgängern, Zeitgenossen und Nachfolgern
8. Verhältnis zu Wissenschaft und Kunst
Offen sind noch
9. Verhältnis zu Geschichte und Politik
10. Zu den Dramen im einzelnen
11. Einzeldramen
12. Erzählungen (allgemein)
13. Einzelerzählungen
14. Lyrik und kleine Schriften
15. Kleist und seine Werke im Bilde. Gedenkstätten
16. Kleists Werke in der Musik
17. Dichtungen über Kleist. Nachdichtungen
18. Kleist-Gesellschaft
19. Kleist-Feiern
Das Personenregister für die bereits abgeschriebenen Teile habe ich weitgehend vorbereitet. Welche weiteren Register sinnvoll sind, wird sich ergeben.
Stand: 8. April 2002
Unsere Kleist-Bibliographie wird um den Kleist-Teil des "Quellenlexikons" erweitert. Damit überschneidet sich zwar der Zeitraum 1945 bis 1960 mit Eva Rothe, aber "you can't always get what you want". Immerhin wird damit der Zeitraum 1914 bis 1990 abgedeckt sein. Im Anschluß gibt es ja dann unser eigenes Projekt, s. o.
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